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FAZIT

Begriffsabgrenzungen

CarSharing stellt die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Automobile dar.1) Mit dem Pilotprojekt „Statt Auto“ findet das Modell in den späten 90er Jahren in Berlin deutschlandweit seinen Ursprung. Als zentrale Innovation ist anzusehen, dass das entsprechende Fahrzeug von mehreren Personen geteilt und dabei finanziell lediglich eine Stunden- / Kilometerpauschale aufzuwenden ist. Fixkostendeckung (Kraftstoff, Verschleiß, Versicherung, etc.) erfolgt über eine Nutzungsgebühr.

  • Stationsbasiertes System: fester Standplatz des Fahrzeugs
  • Free-floating-System: variabler Standplatz (mitunter eingeschränkt)

Der Zugriff erfolgt über Kommunikationsmedien und Buchungszentralen.

Elektromobilität bezeichnet die bedürfnisorientierte Nutzung von Elektrofahrzeugen.2) Ursprung dieser technischen Innovation ist der Kerngedanke der alternativen Fortbewegungsmittel in Hinblick auf eine reduzierte Umweltbelastung. Aktuell sind deutschlandweit ca. 1.500 Fahrzeuge im Einsatz – Tendenz steigend. E-carsharing fixiert sich auf die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Sinne des CarSharing-Modells.

Vorteile für den Nutzer sind dabei:

  • Keine Anschaffungskosten
  • Keine Fixkosten

Die Problematik markiert jedoch aktuell, neben der starken Abhängigkeit von Ladestationen, die Einschränkungen in Reichweite und Nutzungsdauer.

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Nutzer- / Personengruppen

1 Schüler und Studenten

Besonders aufgrund der finanziellen Vorteile beider CarSharing-Modelle, wurde die Benutzergruppe Schüler & Studenten in die Analyse aufgenommen.

Positiv verzeichnen lassen sich hierbei, neben dem Wegfall der oftmals sehr hohen Anschaffungskosten für das Fahrzeug, die Ersparnis von monatlichen Fixkosten. Neben den finanziellen Vorteilen werden die beiden Modelle zudem aber auch durch zeitliche Ersparnis für die junge Zielgruppe attraktiv:

  • Keine Anschaffungskosten, geringe monatliche Fixkosten (Mitgliedsbeitrag)
  • Nutzung terminierbar (auch seltene Nutzung evoziert keinen Kostennachteil)
  • Subventionen durch Hochschulen und Universitäten

Negativ für Schüler und Studenten ist festzuhalten, dass deren junges Alter und damit die Fahrunerfahrenheit vielerorts Nachteile birgt, die sich auch auf die Organisation eines CarSharing-Modells auswirken:

  • Mitunter altersbedingte Mitgliedschaftseintrittsbarrieren
  • Häufig obligatorische Hinzunahme von zusätzlichen Versicherungspaketen
  • Hohe Selbstbeteiligung im Schadensfall

2 Berufstätige

Der Frage nach der Sinnhaftigkeit des CarSharing-/ und des E-carsharing-Modells im Berufsalltag gewidmet, wurde die Analyse der sehr umfangreichen Personengruppe Berufstätige/Firmen in die Recherchen mitaufgenommen.

Positiv überzeugt für Berufstätige neben den finanziellen Vorteilen der Vorteil der Flexibilität hinsichtlich der Fahrzeugauswahl, die auf den Bedarf der entsprechenden Situation abgestimmt werden kann. Zudem rücken auch für Unternehmen folgende Punkte in den Fokus:

  • Speziell entwickelte Tarife zur kommerziellen Nutzung für weitere finanzielle Entlastungen
  • Zusätzlicher Imagegewinn für Unternehmen/ Geschäftsleute hinsichtlich der PRO-ökologischen Aktivität
  • Statussymbol „Firmenfahrzeug“ nicht ausschließlich auch Managerebene realisierbar

Negativ ist jedoch gerade auf den Punkt der E-carsharing-Modelle anzuführen, dass auch mitunter gravierende Probleme auftreten können, die gerade für den Arbeitsmarkt als hinderlich empfunden werden können:

  • Bei unzureichender Koordination keine verlässliche Option für Fortbewegung
  • Limitierte Reichweite bei überregionalen Geschäftsreisen als Ausschlusskriterium

3 Senioren und Menschen mit Schwerbehinderung

Gerade im Hinblick auf das saarländische Pilotprojekt zur stärkeren Integration und Förderung der Personengruppe Senioren und Menschen mit Schwerbehinderung, wurde diese Zielgruppe genauer beleuchtet.

Positiv zeichnen sich neben der Vermittlung des Gefühls der Wertschätzung durch selbstständige und flexible Handhabung der persönlichen (E-)Mobilität folgende Punkte ab:

  • Größere Selbstständigkeit durch Möglichkeit des Verzichts auf Fahrdienste u.ä.
  • Modellprojekt ermöglicht kostenlose Nutzung der Sharing-Angebote
  • Elektromobilität durch deutlich reduzierte Lautstärkeemissionen für Senioren überzeugend
  • Gesellschaftlicher Zusammenwuchs wird gefördert

Negativ muss jedoch vermerkt werden, dass oftmals gerade hochbetagten und schwerbehinderten Menschen das technische Know-how, welches für die Realisierung vieler Sharing-Angebote oftmals unumgänglich ist, fehlt. Zudem mussten folgende Punkte als negativ eingestuft werden:

  • Mitunter Berührungsängste mit technischer Innovation vorhanden
  • Oftmals Mitgliedschaft in bestimmten Vereinen vorausgesetzt

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Zusammenfassung der Ergebnisse

Neben den Nachteilen hinsichtlich der Nutzung von CarSharing-Angeboten, die sich vor allem auf den Gebieten der oftmals mit Kosten verbundenen Mitgliedschaften in Vereinen oder Gesellschaften, welche oftmals für jüngere Teilnehmer durch Eintrittsbarrieren verwehrt bleiben, veräußern, stellt vor allem hinsichtlich der ESharing-Modelle die angeführte Problematik bezüglich der eingeschränkten Reichweite und mitunter eingeschränkten Flexibilität das Hauptproblem der noch sehr jungen gesellschaftlichen Innovation des Miteinander-Nutzens von Fahrzeugen dar.

Wenngleich diese Negativeinschätzungen auf den ersten Blick eine Realisierung des neuartigen Konzepts eher schleppend erscheinen lassen mögen, dürfen die enormen Vorteile der Sharing-Angebote nicht unterschlagen werden. Obgleich ein kleiner Anteil an monatlichen Fixkosten verbleibt, lassen sich die Aufwendungen für eine zeitweise Nutzung von (Elektro-)Fahrzeugen verglichen mit der Haltung eines privaten KFZs als deutlich geringer subsummieren. Letzteres wird weiterhin durch mitunter staatlich subventionierte Förderungen und speziell entwickelte Tarife für die kommerzielle Nutzung gestützt. Als größter Zugewinn der Sharing-Angebote muss jedoch der ökologische Mehrwert angesehen werden. Die stark verringerten Schadstoff-Emissionen, evoziert durch terminierte und bewusste Nutzung von PKWs vornehmlich im Stadtverkehr, leisten gerade im aktuellen Kontext des sehr schleppenden Fortgang der Thematik „erneuerbare Energien“ einen enormen Beitrag zur ökologischen Entlastung. Hinsichtlich des Zusammenwachsens der Gesellschaft durch eine gemeinsame, bewusste Nutzung von (E-)Kraftfahrzeugen kann jedermann seinen persönlichen Teil zum Schutz der Umwelt beitragen.

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fazit_-_ausblick.txt · Zuletzt geändert: 2014/01/22 10:45 von ssteiner